Die Rumtreiber – Am anderen Ende der Welt


Oktober 11, 2008

Babs, Nils und das zweifelhafte Geräusch … Cruising im Doubtful Sound

Category: Southland – Nils-&-Babs – 7:46 am

Wenn es um zweifelhafte Geräusche auf Reisen geht, dann handelt es sich dabei zumeist um Geräusche durch Hülsenfrüchte, wilde Tiere oder den Wind. Anders ergeht es einem da im Fjordland National Park, einem wilden und teilweise unberührtem Teil der südlichen Insel Neuseelands. Dort haben die Götter oder auch die Natur (genaues weiß man nicht) eine wundervolle Landschaft geprägt, durch eine Vielzahl von Fjorden (Sounds). Der allseits beliebte Kapitän Cook befand bei einer seiner Reisen, dass das vor ihm liegende Fjord möglicherweise nicht genug Wind bietet, um sein Schiff wieder hinaus auf das Meer zu tragen. Deshalb entschloss er sich diese Gegend als „zweifelhaft“ oder „trügerisch“ zu titulieren. Daraufhin beschloss er, sich und seiner Mannschaft keiner Gefahr auszusetzen und nicht hinein zu segeln.

Viele Jahre später entschlossen sich zwei Jungreisende, die Herausforderung zu akzeptieren und sich in das trügerische Fjord zu begeben. Vielleicht hat ihnen die Tourismusindustrie ein wenig den Weg dahin geebnet, aber auch das weiß man nicht genau. Gewiss ist nur das, zur Zeit der Reise im Mai 2008, einige vergünstigte Winterangebote ausschlaggebend für den Antritt der Reise waren.

Ein wolkenverhangener Morgen im Mai. Das kleine Städtchen Manapouri liegt am gleichnamigen See und zeigt sich verregnet und grau. Auf an Board des kleinen Schiffchens das uns über den See fahren wird.

Lake Manapouri

Langsam graut es uns …

Viele andere Touristen finden sich hier. Der Grund wird jedem schnell klar. Es gibt kostenlosen Kaffee und Tee. Wow. Wir können nicht anders und trinken uns voll bis zur Blasenüberdehnung. Klar das man so mitten im Futter- bzw. Kaffeeneid nicht so leicht locker lässt.

Auf der Kaffeefahrt …

Am anderen Ende des Sees angekommen geht es auf traditionellen Pfaden weiter. Wie schon hunderte Jahre zuvor die ersten Entdecker, besteigen wir einen Reisebus und bahnen uns den Weg durch den (fast) unberührten Dschungel. Der Weg führt durch Busch und Wald und gibt schließlich erste Blicke auf den Fjord frei.

Entdecker im Grünen

Der windstille Fjord

Und schließlich ist es da. Unser Schiff die „Fjordland Navigator“. Mit ihr wollen wir das Fjord erkunden und die Nacht bei gediegenem Inklusivessen verbringen. Erste Schritte führen uns in die Kajüte. Platz für vier und Doppelstockromantik. Was will man mehr.

Meine Güte, die Kajüte!

Die Seesäcke werden verstaut und wir setzen uns in Bewegung Richtung offene See. Der Himmel ist immer noch wolkenverhangen, doch für mich tut er sich bereits auf. Es gibt Muffins. So viele man essen kann … ich beschließe sogleich, mein Maximum heraus zu finden. Es folgen einige schöne Momente voller Muffins und beeindruckender Landschaft, während wir uns in einen Seitenarm begeben. Dort wollen wir uns wagemutig in die Beiboote begeben, um das umliegende Land zu erkunden ( = Auf zur Kanu-Gruppenfahrt).

Im Doubtful Sound

…immer noch

Kapitän Cooks ganzer Stolz

Ran an die Boote!

Damit wir uns perfekt in die Umgebung eingliedern (Tarnung etc.) , werden wir mit höchst farbenfrohen Booten nebst Zubehör ausgestattet. Ich bin mir ganz sicher das uns nun die ganzen Delphine die hier leben finden und begleiten werden. Ein Trugschluss.

Nils im Tarnboot

So sieht man den Fjord aus der Babsperspektive

Wir düsen durch den Fjord und demonstrieren beispielhaft, wie man sich mit den kleinen Paddeln ausreichend nass macht. Endlich schaffe auch ich es, das Kanu in den Griff zu bekommen. Wir sind voller Freude und … kehren mit den Anderen zum Schiff zurück. Zeit aufzuhören.

Die Fjordland Navigator

Wir fahren hinaus auf das Meer und sehen Robben und andere kleine Freunde auf den Inseln vor uns. Schließlich zeigt sich die Sonne doch noch kurz, bevor sie sich entschließt ein Bad im Meer zu nehmen.

Sonnenuntergang …

… soooo schöööön

Uns erwartet ein riesiges Abendessen und eine gute Flasche Wein. Die Band spielt unser Lied und wir schwelgen im besten Outfit über den Parkettboden und der … nagut, die Band war vom Band, unser Outfit war das eines Rumtreibers und ja, der Parkettboden wurde vor Zeiten gegen Teppich getauscht. Was soll’s, wir finden es schön und kuscheln uns in die Kojen. Wo wir wieder beim Anfang der Geschichte währen. Der Begriff Kojen erinnert mich dann doch eher an Geschichten mit merkwürdigen Geräuschen durch Hülsenfrüchte …

Ein früher Morgen mit waschechtem Seemannsfrühstück erwartet uns. Wecken sieben Uhr. Unsere absolute Lieblingsaufstehzeit … Zumindest gabs eine noch junge Sonne und die Aussicht auf kleine Delphine am Morgen. Außerdem mit von der Partie: der kostenlose Kaffee! Juhu, dann mal los.

Der frühe Vogel …

…trinkt den Gratiskaffee

Der Regen der vergangenen Tage bescherte der Region eine Vielzahl kleiner Wasserfälle. Viel zum angucken also. Und endlich war es dann auch soweit. Eine Gruppe Bottle-Nose-Delphine begleitete uns und sprang vergnügt in den Bugwellen des Schiffes. Fast noch besser als die vielen Muffins.

Wenn der mal nicht am grinsen ist!

Ob der grinst weiß man nicht so genau…

Am Ende stand noch der Versuch, mal so richtig davon zu segeln. Ohne Motoren ging es auf zum Sound of Silence. Das ist in diesem Fall kein Song von Simon and Garfunkel, sondern völlige Ruhe in einem der Seitenarme des Fjords.

Wir segeln

Und schon gehts wieder nach “Hause”

Zurück im Naturhafen bestiegen wir wieder unseren Bus und kehrten auf altbekannten Wegen in die Zivilisation zurück. Natürlich nicht ohne vorher noch … genau ihr habt es erraten … einen letzten kostenlosen Kaffee zu trinken 😉

Käffchen

Alles in allem können wir sagen, hätte Kapitän Cook einen Dieselmotor gehabt, hätte er es sicher auch geschafft, mal ins Fjord zu schauen. So blieb uns die Ehre, die Gegend zu entdecken. Auch wenn am Ende natürlich schon der Ein oder Andere vor uns da gewesen ist.

Fröhliches rumtreiben … eure Rumtreiber.

2 Comments »

  1. Echt ein schönes Abenteuer, die Fjorderkundung!
    Schade, dass ihr Neusseland nun bald verlasst. Aber ich bin mir sicher das ihr trotz der großen Entfernungen in Australien auch eine schöne Zeit haben werdet.
    Freu mich auch schon auf die Berichte und Bilder von da.
    Ich hoffe es geht euch gut?
    Bis dann und weiterhin viel Rumtreiberlust ;o)
    Ganz liebe Grüße René

    Comment by René — Oktober 12, 2008 @ 12:14 pm

  2. Hallo Babs und Nils !
    Ihr solltet unbedingt eine Zweitkarriere als Autoren starten! Habe im Urlaub gerade zwei Bücher gelesen, die genau den gleichen Stil wie Eure Reiseberichte haben! Eines davon ist ein Bestseller….. ;-D Schreibt schön weiter so, dann ist der frühe Morgen an der Arbeit ein Erlebnismorgen! Viele liebe Grüße Mam

    Comment by M. Sturm — Oktober 13, 2008 @ 8:56 am

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