Die Rumtreiber – Am anderen Ende der Welt


März 12, 2009

Wanaka die Zweite: Sommerrodeln im Winter und schmerzende Hintern

Category: Neuseeland wird winterlich – Nils-&-Babs – 6:51 am

Wanaka hat uns wieder. Wieder wollen wir einige Tage, wenn nicht Wochen bleiben. Da das Wetter mehr regnerisch als winterlich ist, beschließen wir uns die Puzzling World anzuschauen. Eigene Kinder wären eine gute Ausrede gewesen, hier hinein zu gehen, da diese uns aber fehlen gehen wir trotzdem so rein. Babs hat ja mich, was einen ganz guten Kinderersatz darstellt. Eine ganze Welt voller Puzzle, Rätsel, optischen Illusionen und Irrgärten wartet auf uns.

Puzzeling World Wanaka

Ohne großes Umherschweifen steuern wir auf das Labyrinth zu. Die kleine Hinweiskarte verrät mir das es nur ein kurzer Weg zwischen Shop und Garten ist. Die nächste Stunde verbringen wir mit dem Weg durch den Parcours. Doch irgendetwas ist schief gelaufen denn kurz danach fühle ich mich eigenartig klein und ausgemergelt.

…ja, da weiß ich Bescheid

Frauen, das stärkere Geschlecht

Ganz klar ist, ich habe hier zu meiner wahren Größe gefunden. Darüber muss ich nachdenken und wo ließe sich das besser anstellen als auf dem Klo. Babs kommt natürlich auch mit, denn solche Momente der Erkenntnis will man teilen.

Hier teilt man alles

Wir verlassen die Puzzeling World wieder und kehren zu unserem temporären Heim zurück. Glücklicherweise dürfen wir die ersten Tage bei Caro übernachten, unserer französich-neuseeländischen Freundin aus Wanaka. Da ihr Auto gerade repariert werden musste bekam sie einen „Ersatzwagen“, einen sehr rustikalen Toyota Geländewagen. Zu einer kleinen Spritztour sagen wir natürlich nicht nein, obwohl mir immer noch unklar ist warum manche Mädchen gern sehr euphorisch lachen wenn sie ein Auto nicht bedienen können, die Gänge laut zum Himmel schreien und die Bremse so unglaublich gut funktioniert, dass ich mich aus der Frontscheibe verabschieden möchte.

Ein typisches Ersatzfahrzeug

Besser wir setzen unser nächsten Spaziergänge durch Wanaka zu Fuß fort. Von seiner Schönheit hat dieser Ort jedenfalls auch im Winter nichts verloren.

Wanakas Berge im Winter

Lake Wanaka im Winter

Es ist fast Wochenende und unser Freund Paco muss nicht arbeiten. Und da wir alle Queenstown noch keinen wirklichen Besuch abgestattet haben, beschließen wir einen Tagesausflug zu machen. Es locken der bester Burger Neuseelands, der Fergburger, und eine, sagen wir Sommerrodelbahn, der Queenstown Luge.

Queenstown

Der Weg zur Luge führt über zwei Sessellifte. Das Ganze bringt gleich zwei gute Dinge mit sich: Einen guten Ausblick auf die Stadt und auf die Pistensäue unter uns. Wer hätte gedacht wie erwachsene Männer noch einmal zum stattlichen Lausbuben mutieren können welche weder eigenes Kind, Freundin oder Ehefrau zu kennen scheinen. Ja, dort ist ein in die Jahre gekommener Herr mit Bierbauch der soeben samt der prall gespannten Jeans (oder war es eine selbst erdachte Form der Skinny-Jeans) in den Schlammhügel neben der Bahn geschossen ist. Vorher hatte er wahrscheinlich noch geschrien: „Mach Platz Monika, das hier ist keine Bahn für Anfänger!“ Schließlich erblicken meine Augen einen weiteren vertrauten Anblick. Der Ying- oder Yang- Gegenpol der Raser. Die konstanten und dafür aber ignoranten Langsam-Fahrer. Toben sie sich in Deutschland gern auf Autobahnen, möglichst weit links und unter Richtgeschwindigkeit herum, können sie hier viel einfacher mehr Aufmerksamkeit erzielen. Klar das Monika da mit mischt und nun da, nennen wir ihn Jürgen, verächtlich etwas zuruft wie: „Also wirklich, muss das denn sein, die Hose war frisch gewaschen!“ Aber genug der Anekdoten, rein in unsere Wohlfühlklamotten samt Superhelm (man behält am besten aus Gründen des Modebewußtseins die mitgebrachte Mütze auf) und rauf auf die Piste.

Modisch zur Piste

Zwei wollen hoch hinauf

Zeit den Leuten hier zu zeigen das man auch ordentlich und gesittet fahren kann. Obwohl, erkenne ich da etwa auf dem zweiten Bild entfernte Verwandte von Monika und Jürgen?! Mhmmm, ich kann mich nicht mehr so genau erinnern wie das war.

Eine Aufwärmrunde

Auch Babs kennt kein Halten mehr …

Jedenfalls bin ich mir auf jeden Fall sicher als strahlendes Beispiel vorangegangen zu sein in Punkto Zurückhaltung und gediegenem Fahren auf der Strecke.

Daran kann ich mich nicht mehr erinnern …

Wenig später befinden sich Monika und Jürgen, also ich meine natürlich Babs und Ich bei der verdienten Stärkung im Fergburger. Diesen möchte ich auf diesem Wege auch zur besten Burgerfabrik Neuseelands küren. Gratulation Fergburger! Leider konnte ich Babs beim Anblick des Burgers nicht mehr dazu bringen sich noch recht in Pose zu bringen. Aber was muss ich gerade feststellen … wir tragen Pärchenlook. Zum Glück habe ich mich mit Seitenscheitel und ausgeborgtem Schal etwas abgesetzt bei diesem denkwürdigen Burger-Essen-Augenblick. Na dann, Guten Appetit!

Tada … der Fergburger

Zurück in Wanaka. Wir beschließen uns auf die Bretter zu begeben, die die Welt bedeuten. Nein, keine Bühne, sondern auf Snowboards. Mehrere Skigebiete liegen rings um Wanaka und Queenstown verstreut. Was liegt da näher, als sein Glück herauszufordern und sich auf die Piste zu schwingen. Wenn man doch schon mal da ist (eine Allround-Ausrede, wenn man auf reisen ist). Wir beschließen nach Cardrona zu fahren. Ein paar Tage snowboarden und viele Tage später über Schmerzen im Hintern klagen. Wir sind beide Neulinge im Gewerbe und werden uns daher einen kurzen Anfängerkurs gönnen. Von nun an heißt es früh raus aus den Federn, um die halbstündige Fahrt bis zum Fuße des Skigebietes anzutreten. Das örtliche Skiresort ist einladend, aber wir fahren dennoch nur vorbei. Die Straße ist eisiger als sie aussieht und so komme ich nicht umhin, ein mehr oder weniger abenteuerliches Lenkmanöver zu veranstalten, um nicht schon am ersten Tag von der Straße zu hüpfen. Nach knapp 6 mal hin und her fahren wir weiter geradeaus.

Das Cardrona Hotel

Am Fuße der Berge stellen wir den Baron nach dieser Darbietung lieber ab. Mit Sommerreifen und ohne Schneeketten hat der Gute kaum eine Chance, sich dem Berghang voller Schnee und Eis hinauf zu quälen. Wir fahren also per Anhalter. Eine super Idee, doch leider entpuppt sich unser erster Fahrer als echter Kenner. Mit seinem Allradfahrzeug düsen wir den Hang hinauf. Natürlich immer auf der Überholspur und mit einem netten Drift um jede Kurve. Wir beginnen zu zweifeln, ob wir es wirklich mit dem Snowboarding probieren sollten. Unser einziger Alliierter in diesem Moment ist die Frau des Fahrers (Monika-2?), die mit sanften Worten versucht, ihn zu einer ruhigeren Fahrweise zu überreden. Die Antwort folgt auf dem Fuße: „Ich kenne mein Auto und die Strecke wie meine Westentasche! Der braucht keine Schneeketten, ist schließlich ein Allrader“ Ja, na dann, bleibt ja keine Frage mehr offen. Am Ende sollten wir entgegen aller Vorzeichen dann aber wohlbehalten auf dem Gipfel ankommen. Zeit uns mit dem Brett, seinen Eigenheiten und unserem schottischen Lehrer anzufreunden.

Cardrona Valley

Cardronas Skipisten

Die nächsten Tage bringen einige nette Gespräche mit unseren Mitfahrgelegenheiten und wir lernen lebensnotwendiges dazu, z.B. über den neuseeländischen Immobilienmarkt. Tag zwei verbringe ich damit, hinter oder besser vor Babs herzulaufen, um sie und ihr Brett zu Freunden zu machen. Keine leichte Aufgabe, aber schließlich will man so eine fragile Freundschaft nicht gleich am zweiten Tag beenden, nur weil man das Gefühl hat mehr im Schnee zu sitzen als auf diesem zu fahren.

Erst Posen, dann fahren

Boom Baby!

Entgegen aller (meiner) Befürchtungen wiederholen sich meine Glanzleistungen aus der Zeit, als ich Ski fahren lernte, nicht. Ich blieb am Leben, hatte noch alle Gliedmaßen und konnte am Ende ganz passabel den Hang hinunter rutschen. Wir wollen es nicht gleich snowboarden nennen. Das gleiche gilt natürlich auch für Babs, auch wenn sie immer wieder mal eine Pause für ihren armen Hintern einlegen musste. Das werden wir sicher mal wieder machen, dann aber mit Kissen am Popöchen.

Ein Snowboarder … Quatsch, der Nils

Lächeln trotz deftiger Popoleiden

Die restlichen Tage in Wanaka vergingen wie im Flug. Wir lernten dabei Paco’s WG kennen. Ein bunter Haufen aus Kiwis, Australiern, Südafrikanern, Hawaianern und Briten. Die meisten von ihnen sind bekennende Gläubige und gehen zusammen in eine sehr junge Kirchengemeinschaft. Wir treffen den jungen Mann aus Hawai, der auf einem speziellen Institut lernt Wunder zu vollbringen, einen jungen Filmemacher auf dem Weg eine Dokumentation über das Leben olympischer Wintersportler aus Amerika fertig zu stellen, um damit schließlich eines Tages nach Hollywood zu gelangen, auf Amy, die in den folgenden zwei Jahren als freiwillige Helferin in den Sudan gehen wird und dabei seit vielen Monaten all ihr Geld aufspart, auf Charmaine aus dem olympischen Wintersportteam Kanadas, die zum trainieren nach Wanaka gekommen ist und viele weitere bunte Persönlichkeiten. Wir verbringen eine Abend zusammen mit unseren Freunden in ihrer Gemeinde, um zusammen zu essen und dem Gesang der ganzen Bande zu lauschen. Wie kann es sein, dass hier in diesem kleinen Ort so viel Talent versammelt ist?! Ehe wir uns versehen, stehen wir in der Mitte und werden von einem Gemeinschaftsgebet umrundet. Schließlich kommt der Tag des Abschiedes. Nicht nur wir werden Wanaka verlassen, sondern auch Paco wird zurück nach Frankreich fliegen. Zeit zu Feiern, wie sollte es anders sein, mit einem BBQ.

Paco

Charmaine und Amy riechen den Braten

Ein Hawaianer im kalten Wanaka

Ein bunter Vogel

Der Rest des Abends besteht aus Essen, Trinken und Gesprächen. Wer weiß ob und wie man sich das nächste Mal wieder trifft.

Ja, das schmeckt!

Wir reflektieren über das Leben

Caro und Paco

Am Ende des Abends, als die meisten schon gegangen sind, bleiben wir noch, um Waz aus Sydney zu lauschen. Er versichert uns einige „Up-Beat“ Lieder im Repertoire zu haben, doch klingen am Ende fast alle Lieder mehr oder weniger melancholisch. Ich beschließe sein Bandmanager zu werden. Man kann ja nie wissen wann der deutsche Markt einmal reif dafür sein wird. Ich habe mir zumindest schon einmal ein zweites Standbein damit reserviert. Juhu. Babs versucht sofort, auch bei mir unter Vertrag zu kommen. Aber leider bin ich da knallhart und ihre gut geformte Schnute reicht mir nicht aus. Ich verweise sie daher auf das nächste Casting von Deutschland sucht den Superstar. Da kann man ja immer noch hingehen, wenn alle Stricke reißen. Talent ist dafür, wie man ja weiß, nicht nötig.

Waz und sein Manager

Babs hat den Blues

Auf Wiedersehen Wanaka! Der Rote Baron wartet bereits mit laufendem Motor auf uns (wer hat ihm das nur beigebracht!?) und bringt uns zu einem neuen Ort, bis ihm das Benzin ausgeht.

Die Rumtreiber

1 Kommentar »

  1. Awesome Time With Ya Mates !!!!! It was so good time in Wanaka and having fun on Ski Field, looking at u Beginning Snowboard or Riding on Luge in Queenstown. So Funny !!!! The Leaving Party was great as well.

    Take Care my freinds, Have Fun in Aussie, And See Ya in Europe 😀

    Bisous Bisousmes Ptits Abricots !!!!

    Comment by Paco — März 26, 2009 @ 5:07 pm

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